Gemeinsam haben wir für unsere Freunde ein kleines Buch geschaffen: Lyrimage: Begegnungen Aquarelle: Traude Bock-Laubis Gedichte: Xaverius
Aus dem Inhalt des Bandes
Tage über dem Land
Die Tage streichen über Wiesen, Wald und Sträucher. Das Licht sucht seine Töne wieder. Sanft schnürt ein Duft ins Tal. Und der Himmel spannt sich ahnungsschwer mit Farbenzauber in einem Wolkenmeer über das Land.
Herbst
Herbstmelancholie
Die Schwalben sind in den Süden geflogen. Wolken spiegeln sich im Weiher. Am Ufer steht ein Reiher. Auf der Terasse sind Meisen eingezogen.
Schwarz liegt das gepflügte Feld. die Wiesen schlafen unterm Schleier. Im Kaufhaus dröhnen fromme Lieder in unausstehlicher Leier. Ein Schauder packt mich wieder. Bald werden Weihnachtstannen gefällt.
Vom Morgengrauen in die Nacht schrumpfen diese Tage. Ich bin ganz still und frage, wer wohl meinen Schlaf bewacht.
Der rote Engel
Wenn Worte gesagt sind, Lieder gesungen, das Tun geworden ist, zu Taten im Klang des Wirkens, und Gedanken fliehen in ungestillte Ewigkeit, verliert seinen Schatten, der große Zampano. Das Schwert des roten Engels zerbricht am Gewordenen, immer Werdenden. Nackt harret die Trauer auf ihre Zeit, sich zu kleiden, zu wandeln in eine neue schöne Gestalt.
Verlorene Sehnsucht
Dein Name war in die Zeit geschmolzen. Da huschtest du mit einem Lächeln vorbei. Ob es ein Kinderreim, ob es Heimat sei? Ich stehe im verstorbenen Licht. Du fehlst mir.
Tulpen erwachen
Ich will es tun (nach einem Text von Albertus Magnus, 1193-1280)
Ich will es tun, Tag für Tag. Kein Urteil soll mir die Sinne zerreden, bevor ich beginne. Mutig will ich schreiten, auf Berge steigen, Ziele mit Bildern hellen, Taten vor Zweifel stellen, in Schwäche Antrieb finden und Kraft zu überwinden.
Pfarrwitwenhaus in Groß Zicker (Mönchsgut auf Rügen)
Abschied
erinnerung in tiefen die leiden im schweigen verklingen wie die große glocke vom dom